Apfelanbau und Apfelwein in Camacha auf Madeira

Apfelwein auf MadeiraCamacha auf Madeira ist eine Stadt mit ca. 8.000 Bewohnern. Sie liegt auf nahezu 700 m Meereshöhe und ist ein Zentrum des Apfelanbaues. Felder und Plantagen, die terrassenartig die Stadt Camacha umgeben, sind gefüllt mit Apfelbäumen. Man nutzt sie nicht nur um sie einfach zu essen, sondern um einen Apfelwein daraus zu produzieren. Diesen nennt man übrigens auf Madeira „Cidra“. Auch Korbweiden gibt es in Großer zahl dort. Diese kann man ideal dazu verwenden, aus Ruten Möbel oder viele andere Gegenstände zu flechten. Eine wahre Spezialität der Bewohner von Madeira.

Die Ruten von Camacha besuchen

Das Handwerk des Flechtens mit Ruten ist ein Handwerk auf Madeira mit großer Tradition. Die Weidenruten werden bereits im Frühjahr geschnitten. Man muss sie nach der Ernte erst einmal kochen und über Wochen einweichen. Dabei färben sich die Weidenruten in ihre typische rotbraune Farbe. Das Flechten auf Madeira ist eine typische Heimarbeit. Dort, wo man das macht, wird die Werkstatt Atelier der Vimeiros genannt. Kaufen kann man die Korbprodukte auf einem der beliebtesten Märkte von Madeira für Korbwaren, dem Café Relógio in Camacha. Er findet regelmäßig auf einem zentralen Platz von Camacha statt, dem Largo da Achada. Hier hat man übrigens bereits 1875 Fußball gespielt dank einem Briten. Dieser Brite hatte einen Ball aus England mitgebracht und zwei Mannschaften organisiert. Dieses wichtige Ereignis auf Madeira wurde sogar mit einem Denkmal festgehalten, das Sie auf ihrer Tour mit dem Mietwagen noch heute bewundern können.

Zur Korbindustrie nach Camacha

Übrigens wurden die ersten Aufträge für Möbel, die geflochten sind, auch von Engländern getätigt. Engländer hatten bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts den Ort Camacha als Erholungsort für den Sommer entdeckt. Und nachdem Korbmöbel in der damaligen Zeit in ihrer Heimat England sehr modern waren, gaben diese Engländer während ihres Aufenthaltes auf Madeira solche Möbel in Auftrag. So hat alles begonnen und plötzlich war das Flechten der Weiden nicht mehr nur für Körbe interessant, sondern eben auch für Möbel. Korbmöbel waren auf einmal der Exportschlager von Madeira. Vieles hat sich natürlich bis heute auf Madeira geändert. Auch hier leidet man unter der billigen Konkurrenz aus asiatischen Ländern. Aber Camacha und seine Körbe ist immer noch einen Ausflug mit dem Mietwagen auf Madeira wert.